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Wer Freundschaft gegen Liebe tauscht…

…verliert auf lange Sicht beides.

 

Während die Freundschaft auf der Ersatzbank Platz nimmt, geht der Liebe langsam aber kontinuierlich die Puste aus. Bei besonders schlimmen Ermüdungserscheinungen rennen die Ersatzspieler zwar noch aufs Feld – bemüht, die Rolle als Lückenbüsser zumindest mit einem gekünstelt verzweifelten Lächeln auszufüllen. Im Glauben an alte Zeiten, an gemeinsame Erinnerungen, an getroffenen Versprechungen. Aber immer weniger sind bereit, auf der Ersatzbank zu warten – und die Geduldigen, die erhalten bleiben, pendeln zwischen aufkeimender Wut und dem Drang, ein eigenes Spiel zu eröffnen, um die eintretende Einsamkeit zu bekämpfen.

 

Am Ende siegt meist nur einer: der Unmut. Alte Zeiten gehen vergessen, Erinnerungen verblassen, Versprechungen wandeln sich in leere Worte. Ein zufälliges Treffen in der Altstadt wird zu einem Spiessroutenlauf von gekünstelt verzweifeltem Zunicken und einem Hallo, dem meist einige Floskeln oder eine unangenehme Stille folgt.

 

Der eigene Partner ersetzt plötzlich ein langjährig eingespieltes Team. Was im Sport nicht denkbar wäre, egal wie talentiert der neue Star auf dem Feld ist, gehört im normalen Leben zur alltäglichen Show. Wie oft gehen Freunde an ihre Partner verloren? Wie oft hat man mit diesen Freunden darüber gesprochen, dass genau dies nicht geschehen würde?

 

Zu oft.

 

 

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